Theater, Theater, Theater ...

Bereits in den neunziger Jahren gab es an der WGS eine reguläre Theater-AG mit Aufführungen, Bühnenbildern und Schülerschauspielern. Regisseur damals war Uwe Rütschle, der hier seine eigenen Theatererfahrungen einfließen ließ.


Seit 2007 bildete sich eine neue Arbeitsgemeinschaft, deren Deckname ebenfalls Theater-AG lautete, allerdings eine neue Methode des Spielens verbarg.

Mit dieser Methode des freien Improvisierens entfällt das starre Rollenspiel mit vorgegebenem Text. An dessen Stelle tritt ein Spielen, das darauf basiert, sich in Rollen hineinzudenken und in eigenen Worten und Spielereien auszudrücken. Zunächst entsteht ein Ensemble, in dem alle Rollen von allen Spielern gespielt werden können. Wer im Falle einer Aufführung welche Rolle spielt, entscheiden allein die Spieler/innen. Die Spielleiter/innen, Annette Müller-Bengsch, zunächst mit Sabine Lehner-Koschel, dann mit Friedrich Zimmermann, sind mit Feedback, mit Rat und Tat am Spiel beteiligt, geben dabei aber nur den Handlungsrahmen und die Grundidee der Szene vor. Somit bleibt viel Spielraum für kreative Entschlüsse, eigene Ideen und meist kann der Spaß am Spielen ungestört im Mittelpunkt stehen. Für die Schüler entsteht ein Spielraum, frei von Druck, indem er frei wählt wie er spielt und dennoch in seinen Fähigkeiten gefördert und gespiegelt wird.

Jede Aufführung ist also das Ergebnis von vielen improvisierten Szenen, die der Schüler in jeder Dimension mitbestimmt. Kein Wunder also, wenn im Ensemble Neid, Eifersucht und Streit eher Fremdwörter sind, da diese Methode die Zusammenarbeit stark fördert und die Selbstbestimmung unterstreicht. Auch wenn es keine Anwesenheitsliste gibt, geht es keineswegs disziplinlos zu, denn um gut zu spielen muss jeder voll bei der Sache sein. Dass es dennoch lustig zugehen kann, ergibt sich aus dem Wort „spielen“ ganz von selbst. Vom starren Freitagnachmittag ist das Ensemble im Laufe der Zeit abgerückt, hin zu Workshops, die auch mal in der Freizeit stattfinden können, unbelastet von Klassenarbeiten, Vorbereitungen und ähnlichen Verpflichtungen. So lassen sich auch lange Warmlaufphasen unterbringen, Sequenzen mit Stockkampf und viele andere Wahrnehmungsübungen, gemeinsames Vesper und Gedankenaustausch inklusive. Immer nach dem Motto: „Wer dabei sein will, muss schon selbst dafür sorgen, dass er kommt.“ Hier weht eine Brise Campuswind.

Seriöse Bühnenaufführungen sind der Improvisationsmethode bereits ebenfalls entschlüpft: Die Shakespeare-Trilogie mit „Kiss me Kate“, „Romeo und Julia“ sowie dem krönenden Abschluss “Ein Sommernachtstraum“. Auf besonderen Wunsch von Friedrich Zimmermann hat sich das Ensemble mit einer bunten Mischung aus Schülern aller Schularten „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner erarbeitet. Ja, ein Stück über Schule in der Schule, das lässt Flügel wachsen …

Seit einiger Zeit versucht die AG sich am Sternchen-Thema der Oberstufe „Homo Faber“ von Max Frisch. Was am Ende herauskommt, wird man erst nach der Aufführung wirklich wissen ...

Aber eins ist sicher: The show must go on!

Annette Müller-Bengsch
Betreuende Lehrerin